Die Geschichte des Kantons Schwyz, Band 1, S. 99-109

Die Eisenzeit

Autor: Martin Trachsel

ZUSAMMENFASSUNG Die naturräumlichen Gegebenheiten im heutigen Kanton Schwyz lassen eine Besiedlung während der Eisenzeit (zirka 800 bis 15 v. Chr.) zumindest in Ausserschwyz und in der Region um Küssnacht erwarten. Das wird bisher nur durch wenige archäologische Funde vor allem in Ausserschwyz bestätigt. Auf der Lützelau sind drei eisenzeitliche Siedlungsphasen vertreten, in Altendorf immerhin eine. Eine früheisenzeitliche Brücke zwischen Hurden und Rapperswil lässt den Schluss zu, dass in dieser Zeit das Südufer von Ober- und Zürichsee intensiv genutzt wurde. Um Küssnacht sind Siedlungsspuren zwar deutlich schwächer, doch sind auch hier die ältere wie die jüngere Eisenzeit vertreten.
Unerklärlich bleibt das bisherige Ausbleiben eisenzeitlicher Spuren im Gebiet von Arth über Schwyz bis Brunnen. Die Gegend kann durchaus als siedlungsgünstig gelten und wurde sowohl in der vorangegangenen Bronzezeit wie der nachfolgenden römischen Epoche genutzt. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich auch hier eisenzeitliche Funde einstellen.
Das Fundmaterial im Bereich March und Höfe ist kulturell sehr eng mit dem im Mittelland verknüpft. Dasjenige aus dem Raum Küssnacht hingegen, so spärlich es auch ist, zeigt eigenwilligere Merkmale. Das lässt der Vermutung Raum, dass sich die Bevölkerung wirtschaftlich und kulturell in verschiedene Richtungen orientiert haben könnte. In den übrigen Kantonsteilen fehlen Hinweise auf eine dauerhafte Besiedlung, auch wenn sie sicher nicht unberührt waren. Die späteisenzeitliche Lanzenspitze von Einsiedeln-Grotzenmühle stellt wahrscheinlich eine Weihegabe an einem Flussübergang dar. Eine landwirtschaftliche Nutzung des Hinterlandes zeichnet sich im Pollenprofil der Schwantenau ab. Im Muotatal sind zudem Feuerstellen und Knochen von Haustieren gefunden worden, die aus der Eisenzeit stammen.
Gesamthaft betrachtet deutet sich für die Eisenzeit eine wohl permanente Besiedlung der direkt an das Mittelland anschliessenden Kantonsteile an, gepaart mit einer zumindest saisonalen Nutzung der inneren Täler. Dieses Bild kann sich jedoch mit jedem neuen Fund markant verändern.

 

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