Die Geschichte des Kantons Schwyz, Band 1, S. 111-129

Die Zeit der Römer

Autor: Martin Trachsel

ZUSAMMENFASSUNG Die römische Epoche (15 v. Chr. bis um 500 n. Chr.) ist im Kanton Schwyz besser belegt als die vorangehende Eisenzeit oder das nachfolgende Frühmittelalter. Die Route Windisch–Zürich–Weesen–Sargans–Chur/Bregenz war schon damals ein wichtiger Verkehrsweg. Wenig überraschend liegt die dichteste Streuung römischer Fundstellen in der Region March und Höfe. Mit dem Tempel auf der Ufenau und der Brücke zwischen Hurden und Rapperswil befinden sich hier auch die bisher einzigen im Kanton entdeckten römischen Bauwerke. Einzelne Funde bezeugen sogar die zeitweiseAnwesenheit römischen Militärs. Für die ebenfalls siedlungsgünstige Gegend um Küssnacht ist der 1809 gefundene Münzschatz noch immer der wichtigste, wenn auch ein indirekter Hinweis auf eine römische Besiedlung geblieben.
In der Region von Arth über Schwyz bis Brunnen kamen immer wieder römische Münzen und Metallgegenstände zutage. Auch lassen sich hier für die römische Zeit Rodung und Ackerbau nachweisen, jedoch sind die zugehörigen Siedlungen noch nicht entdeckt worden. Eine sicher römische Scherbe von der Insel Schwanau kann eigentlich nur die Spitze des Eisbergs sein. Aus den höher gelegenen Kantonsteilen sind keine römischen Artefakte bekannt geworden, jedenfalls keine mit verbürgter Fundgeschichte. Mehrere 14C-datierte Feuerstellen und Haustierknochen bezeugen aber eine Nutzung als Weide- und Jagdgebiet.
Über die Jahrhunderte betrachtet zeichnet sich eine Entwicklung ab, wie sie abseits der städtischen Zentren in vielen Teilen der Schweiz verlief: Im 1. Jahrhundert ist das Fundbild noch etwas spärlich und verdichtet sich im 2. und 3. Jahrhundert, der Blüte römischer Herrschaft. Das 4. Jahrhundert ist wieder seltener nachzuweisen, und die Zeit von 400 bis zur alemannischen Landnahme nach 500 ist beinahe fundleer.

 

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