Die Geschichte des Kantons Schwyz, Band 1, S. 15-35

Entstehung der Naturlandschaft

Autor: Peter Zwahlen

ZUSAMMENFASSUNG Als Wissenschaft von der Erde beschreibt die Geologie die Stoffkreisläufe unseres «blauen Planeten». Da Gesteinsformationen im stetigen Stoff- und Energieaustausch der Atmosphäre und Hydrosphäre mit der Lithosphäre entstehen, müssen Erdwissenschafter sowohl Klimaprozesse als auch die Dynamik innerhalb des Gesteinsmantels zu begreifen suchen. Diese Prozesse laufen unterschiedlich rasch ab: die atmosphärischen oft sehr dynamisch, die lithosphärischen abgesehen von Erdbeben und Vulkanausbrüchen sehr langsam. Dadurch bildet die erdgeschichtliche Zeitdimension eine grundlegende Grösse. Die heute bekannte Erdgeschichte umfasst immense Zeiträume und ist, ausgehend von der Entstehung des Sonnensystems, stets evolutiv auf neue Zustände hin ausgerichtet, was eindrücklich an der Biosphäre – unserer Lebensgrundlage – zu beobachten ist.
Die Geologie des Gebirgskantons Schwyz wurde wie die gesamte Erdoberfläche durch plattentektonische Krustendrift geprägt. Mittelozeanische Basaltgesteine im Hoch-Ybrig und fossilbelegte Meeresablagerungen vom Druesberg, von den Mythen und am Sihlsee belegen, dass Bruchteile des Bodens eines ehemaligen Meeres, der Tethys, abgelagert in den erdgeschichtlichen Perioden Trias, Jura, Kreide und Tertiär, die Schwyzer Berge aufbauen. Unser Lebensraum, in dem der Mensch seit etwa 20'000 Jahren – in geologischen Zeiträumen gesehen erst kürzlich – seine Spuren hinterlässt, ist durch die jüngste Eiszeit aus einem kompliziert zusammengeschobenen Deckenstapel von Teilen der Meereskruste zur uns bekannten Naturlandschaft ausgeformt worden.

 

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