Die Geschichte des Kantons Schwyz, Band 1, S. 75-97

Neolithikum und Bronzezeit

Autoren: Thomas Cavelti, Philipp Wiemann, Ursula Hügi

ZUSAMMENFASSUNG Im 6. Jahrtausend v. Chr. setzten in Mitteleuropa tief greifende Veränderungen ein, deren Ursprünge im Vorderen Orient lokalisiert werden. Ackerbau, Viehzucht, Keramik und Steinbeile zählen zu den äusseren Merkmalen einer neuen, sesshaften Lebensweise. Diese breitete sich in verschiedenen Bewegungen bis an den Alpenfuss und entlang den grossen Tälern aus. Die ältesten Spuren von bäuerlichen Siedlungen im heutigen Kanton Schwyz konnten bei Hurden am Seedamm gefasst werden und fallen in die Zeit um 4000 v. Chr. An den Seeufern von Freienbach sind heute mehr als zehn neolithische Pfahlbaudörfer bekannt. Das Fundmaterial aus diesen Siedlungen kann verschiedenen archäologischen Kulturen und Bezugsräumen zugeordnet werden. Aus Küssnacht und dem Muotatal liegen archäologische Befunde und Einzelfunde vor.
Nach 2400 v. Chr. brach die neolithische Besiedlung der Seeufer ab. Charakteristisch für die Epoche der Bronzezeit ist der zunehmende Gebrauch des Werkstoffes Bronze. Der ersten Phase der Bronzezeit können nur wenige Fundstellen im heutigen Kanton Schwyz zugeordnet werden. Nach 1800 v. Chr. ist eine deutliche Zunahme der archäologischen Quellen zu verzeichnen. Von überregionaler Bedeutung sind die Fundstellen am Rosshorn bei Hurden. Reste von Brücken und Wegen sowie Opfergaben lassen auf eine intensive Nutzung des Raumes um den Seedamm schliessen. Hinweise auf Bautätigkeit abseits der Seeufer haben zwei Fundstellen in der heutigen March erbracht. Mehrere bronzezeitliche Belege stammen aus den alpinen Gebieten im Muotatal, und der Raum Einsiedeln wurde ab 1500 v. Chr. kontinuierlich genutzt. Für die letzte Phase der Pfahlbauzeit, die mit einer ausgeprägten Klimaverschlechterung um 850 v. Chr. zu Ende ging, liegen nur wenige Belege aus dem heutigen Kanton Schwyz vor.

 

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