Die Geschichte des Kantons Schwyz, Band 2, S. 253-265

Archive als Wissensspeicher

Autor: Albert Hug

ZUSAMMENFASSUNG Das erhaltene Schriftgut besitzt als Wissensspeicher für eine breit gefächerte historische Forschung sowie den rechts- und verwaltungsrelevanten Bedarf einen hohen kulturellen Wert. Inhaltlich auf die öffentlich- und privatrechtliche Kompetenzregelung ausgerichtet, liegt das Archivgut im Kanton Schwyz dezentralisiert in zahlreichen öffentlichen und privaten Archiven. Das Klosterarchiv Einsiedeln und das Staatsarchiv weisen die grössten Bestände auf, gefolgt von den Bezirksarchiven. Wesentlich kleiner sind die Pfarr- sowie die anderen geistlichen Archive, die Genosssamen- und Korporationsarchive, die Gemeinde- und die Privatarchive. Seit dem 20. Jahrhundert sind in allen Archiven die Bestände stark gewachsen.
Die Erschliessung der Akten ist im Staatsarchiv und in naher Zukunft auch im Klosterarchiv Einsiedeln durch moderne Findmittel gewährleistet. Im Allgemeinen sind auch die Lokalarchive geordnet, und es liegen in der Regel mehr oder weniger detaillierte Verzeichnisse der dort aufbewahrten Urkunden, Akten und Bücher vor; ein koordiniertes Vorgehen zur Vereinheitlichung der Ordnungssysteme und der Findmittel fehlt jedoch. Die Überlieferung und die typologischen Schwerpunkte der Bestände stehen in enger Beziehung zum Archivtypus und sind vom Alter der jeweiligen Körperschaft sowie von Imponderabilien wie der Sorgfalt der Aufbewahrung und von Verlusten durch Fremdeinwirkung abhängig.
Generell zeigt sich folgendes Bild: Archivgut findet sich im Klosterarchiv Einsiedeln ab der Mitte des 10. Jahrhunderts, im Staatsarchiv ab der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, in den Pfarrarchiven und den Archiven von Frauenklöstern ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, in den Archiven der Bezirke, der Genosssamen und Korporationen ab der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, in den Archiven der Gemeinden seit dem 16. Jahrhundert. Wissenschaftliche Editionen beschränken sich hauptsächlich auf die ältesten Urkundenbestände und ausgewählte spätmittelalterliche Wirtschaftsquellen.

 

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