Die Geschichte des Kantons Schwyz, Band 5, S. 33-73

Siedlungs- und Bevölkerungsgeschichte seit dem 18. Jahrhundert

Autor: Martin Schuler

ZUSAMMENFASSUNG Demografisch gesehen hat der Kanton Schwyz sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durch eine hohe Geburtenhäufigkeit ausgezeichnet, gekoppelt mit starker Abwanderung. Nach 1960 bewegen sich die Wanderungssaldi dank einer bis heute anhaltenden Zuwanderung aus dem Ausland und den übrigen Kantonen der Schweiz im positiven Bereich. Schwyz hat sich von einem demografisch sich langsamer als die übrige Schweiz entwickelnden Kanton zum Spitzenreiter gewandelt.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts verlief das Wachstum in den Berggemeinden überdurchschnittlich. Günstige Bedingungen für die Viehwirtschaft, die Ausdehnung des Dauersiedlungsgebietes in die Höhe und Heimarbeit haben den Berggebieten einen Vorteil ermöglicht. Im 19. Jahrhundert, besonders stark im letzten Drittel, konnte die Auswanderung nach Übersee als Alternative wahrgenommen werden, hernach der Wegzug in städtische Gebiete der Schweiz. Die Mechanisierung der Industrie und besonders der Ausbau der Verkehrssysteme kamen im gesamten 20. Jahrhundert den Ortschaften entlang den Verkehrshauptachsen zugute. Veränderte Erreichbarkeitsverhältnisse haben seit den 1970er-Jahren wieder zu einer vermehrt gestreuten Siedlungsentwicklung geführt.
Das Bevölkerungswachstum hat zwischen Inner- und Ausserschwyz mehrfach oszilliert, wobei sich der innere Landesteil in der Hochblüte des Tourismus und zur Zeit des Baus der Gotthardbahn (nach 1870) sowie in der Periode der Stärkung der kantonalen Funktionen (um 1930 bis 1950) stärker zu entwickeln vermochte, Ausserschwyz (und Einsiedeln) dagegen in der Phase der Frühindustrialisierung, zur Zeit des Ausbaus der Hydroenergie in der Zwischenkriegszeit und seit dem Ausgreifen der Agglomeration Zürich. Diese Zyklen stehen für alternierende Wachstumsmuster, in Innerschwyz sind sie stärker vom tertiären Sektor geprägt, in der March und in den Höfen eher auf die Produktion beziehungsweise die Bau- und Energiewirtschaft orientiert und heute auf Grosshandel und Finanzdienstleistungen, auf die Bauwirtschaft und das Verkehrswesen spezialisiert.

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