Die Geschichte des Kantons Schwyz, Band 6, S. 91-113

Kunsthandwerker und Künstler des 18. Jahrhunderts

Autor: Michael Tomaschett

ZUSAMMENFASSUNG Fast alle lokalen Künstler und Kunsthandwerker des Barock lassen sich mit den sechs Produktionszentren Einsiedeln, Lachen, Arth, Gersau, Schwyz und Küssnacht in Verbindung bringen. Gerade dort wurden im 17. und 18. Jahrhundert Meisterzünfte ins Leben gerufen oder neu belebt. Die grösste Dichte an Meistern besassen die beiden Marktorte Einsiedeln und Schwyz. Dagegen zählten Gersau und Küssnacht am wenigsten Kunsthandwerker. Die Meister betätigten sich als Kunstmaler, Bildhauer, Schreiner, Tischmacher, Drechsler, Altarbauer, Goldschmiede, Zinngiesser, Schlosser, Ofenhafner oder Uhrmacher. Einige Protagonisten waren sogar in der Lage, in die Inner- und Ostschweiz sowie in den Aargau zu exportieren. Herausragend waren zweifelsohne die künstlerischen Leistungen des Schwyzer Medailleurs Johann Carl Hedlinger. Die Kunstlandschaft des Standes Schwyz im 18. Jahrhundert besteht aber nicht nur aus Werken lokaler Produktion, sondern auch aus Importstücken oder Arbeiten von auswärtigen Kunsthandwerkern. Gerade im Bereich der Malerei erhielten Künstler aus Oberitalien, dem Tessin, aus Süddeutschland oder Österreich die lukrativsten Aufträge. Sie schufen qualitätsvolle Werke, die zu den bedeutendsten barocken Kunstwerken im heutigen Kanton Schwyz zählen. Mit Stuckarbeiten betraut wurden lediglich tessinisch-oberitalienische, süddeutsche, Vorarlberger oder Tiroler Meister, während der Orgelbau in den Händen von Innerschweizer oder süddeutschen Kunsthandwerkern lag. Glocken schliesslich wurden vor allem bei Zuger und Zofinger Giessern bezogen.

 

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