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Brunner, Christoph H. – Glarner Geschichte in
Geschichten. |
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Wenn ein Nachbarkanton eine Kantonsgeschichte publiziert, ist das für den Kanton Schwyz immer von besonderem Interesse. Viele Vorgänge und Sachverhalte der eigenen Landesgeschichte erhellen sich nicht selten durch Vergleiche und Parallelitäten ähnlicher Ereignisse oder Epochen der benachbarten – und im Falle von Glarus seit 1352 («Mindere Bund») respektive 1473 (Bündniserneuerung mit Rückdatierung auf 1352) verbündeten – Staatswesen. Mit Glarus reiht sich ein weiterer eidgenössischer Stand in die Galerie der neueren Kantonsgeschichten ein. 1998 entschied sich der Landrat für die Finanzierung des Buchprojekts, sechs Jahre später liegt ein gelungenes Werk vor. Es wird dem hohen Anspruch an eine Kantonsgeschichte, die zugleich für Land und Volk gut lesbar und verständlich sein sollte, aber auch den wissenschaftlichen Bedürfnissen entsprechen muss, mehr als gerecht. Der Zürcher Ordinarius für Mittelaltergeschichte, Professor Roger Sablonier, der mit seinen Mitarbeitern die wissenschaftliche Projektbegleitung des vom Glarner Historiker Christoph H. Brunner als «Ein-Autoren-Werk» geschaffenen Buches wahrgenommen hat, bezeichnet die neue Glarnergeschichte im Vorwort als «Lesebuch zur glarnerischen Geschichte» und «landesgeschichtliches Panoptikum». Denn der Autor verfasste seine Geschichte nicht als Chronologie der Ereignisgeschichte zwischen Glärnisch und Schilt, sondern beschritt einen interessanten Weg, indem er die Landesgeschichte unter fünf Oberbegriffen beleuchtet: Mit den «Siedeln-Bauen», «Ausgleichen-Zusammenleben», «Wirtschaften-Auskommen», «Denken-Mitteilen» und «Ordnen-Schützen» als thematische Gefässe schafft es Christoph H. Brunner, einen spannenden und aufschlussreichen Einblick in die Glarner Vergangenheit zu geben. Optisch überzeugt das 572-seitige Buch vor allem durch seine erfrischende Gestaltung und angenehme Textanordnung sowie durch die ausserordentlich repräsentative und qualitätvolle Bebilderung. Die neue Glarnergeschichte – als «Geschichte in Geschichten» recht unkonventionell verfasst, ist ein bemerkenswerter Meilenstein in der Glarner Historiographie. Die Glarner finden darin eine profunde und auf neuesten Quellenauswertungen basierende Geschichte ihrer Heimat; Auswärtige und Geschichtsinteressierte nehmen das Land an der Linth als facettenreichen und geschichtsträchtigen Kanton wahr. Der Autor verfasste ein Buch, das für Schwyzer nicht nur lesenswert und aufgrund der Schwyzer-Verweise fesselnd ist, sondern in mancher Hinsicht wertvolle Ideen für die entstehende Geschichte des Kantons Schwyz liefern wird. (Michel) |
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